4 Qualitäten von Mindfulness-Based Self-Care

mindfulness self-care Oct 30, 2021

Self-Care ist en vogue, von allen Seiten springen dir Angebote für Wellness-Wochenenden, Kuscheldecken, Badezusätzen, total entspannenden Tees, Duftölen und so manch anderer Beigabe für deine "Me-Time" entgegen.

Ich finde das gut. Es ist echt eine nicht zu unterschätzenden Kompetenz, es sich so richtig gemütlich zu machen und gut gehen zu lassen.

Du meinst, da schwingt ein kleines "Aber" mit?

Nö. Eher ein "Und".

Aus meiner Sicht ist das nämlich nur eine kleine Facette von Self-Care.

Sich WIRKLICH gut um sich selbst zu kümmern, das erschöpft sich nicht im Wohlfühl-Bubble-Bath-Teil von Self-Care.

Vergleiche das doch einmal mit deiner Fürsorge für dein Kind.

Wenn dich jemand fragt:

"Was braucht dein Kind, damit es sich bestmöglich entwickeln kann?"

Sehr wahrscheinlich fallen dir dann viele Dinge ein.

  • Klar, es soll sich sicher und geborgen fühlen.
  • Logisch, genüg und gutes Essen und Trinken ist wichtig für eine gesunde Entwicklung,
  • Aber dann geht es weiter: 
  • Du wünschst ihm eine gute Bildung.
  • Du wünschst ihm, dass niemand seine Grenzen verletzen werde.
  • Du wünschst ihm, dass es einen guten Platz in der Welt finden und ein glückliches Leben führen möge.
  • Du wünschst ihm, dass es immer gut behandelt werden möge.
  • ...

Und diese Liste würde wahrscheinlich noch eine ganze Ecke länger...

Was, wenn du auf dich selbst einmal mit demselben Impetus an Fürsorge-Absicht schautest?

Wie könntest du denn BESTMÖGLICH für dich sorgen?

Die 4 Qualitäten von Mindfulness-Based Self-Care

Die 4 Qualitäten von Mindfulness-Based Self-Care, wie ich sie vermittele, sind: 

  1. Self-Awareness,
  2. Self-Compassion,
  3. Self-Advocacy und
  4. Self-Embodiment.  

Self-Awareness:  

Bewusstsein für die eigene Persönlichkeit und die eigenen Bedürfnisse, Bewusstheit für den eigenen Lebensweg und das eigene Geworden-Sein 

Sich selbst gut zu kennen, das klingt erstmal banal. Aber mal Hand aufs Herz: Wie oft nimmst du dir denn Zeit, mal wirklich ehrlich interessiert bei dir selbst vorbeizuschauen. Für ein kleines Check-In, wie es dir jetzt gerade geht.

Wie oft bist du dir dessen gewahr, wie du dich gerade fühlst? Wie oft drückst du Emotionen weg, weil sie gerade nicht passen oder weil du sie nicht fühlen möchtest?

Self-Awareness ist etwas anderes als Selbstbewusstsein. Es geht vorrangig darum, zu BEMERKEN, was gerade ist, darum zu WISSEN, wer ich bin, was ich fühle, was in mir und mir mir los ist.

Self-Awareness verträgt sich nicht gut mit allem, was dich betäubt, was deine Aufmerksamkeit in alle Himmelsrichtungen und auf jeden Fall von dir weg lenkt. Dabei heißt Self-Awareness aber nicht, in einer ständig um sich selbst kreisenden Nabelschau festzustecken.

Self-Compassion: 

Freundlich-mitfühlende Selbstbegleitung gerade auch in herausfordernden Situationen, Fähigkeit zu aufrichtigem Selbstmitgefühl 

Selbstmitgefühl zu kultivieren fällt vielen irre schwer. Studien zeigen, dass es mehr als 70% aller Menschen leichter fällt, mit anderen Mitgefühl zu haben, als mit sich selbst. Sogar mit einem Haustier fällt es vielen leichter.

Die Qualität von Slef-Compassion kommt auch und vor allem dann ins Spiel, wenn wir unseren eigenen Erwartungen nicht entsprechen, wenn uns etwas misslingt, uns etwas zustößt oder wir in irgendeiner Weise Leid erfahren.

Self-Compassion heißt nicht, das Leid schön zu reden oder dauernd die rosa-rote Brille aufzusetzen und die Augen vor Schwierigem zu verschließen. Gerade NCIHT.

Self-Compassion lässt dich das Leid berühren und dabei liebevoll mit dir selbst im Kontakt bleiben. Du behandelst dich selbst einfach so, wie du einen dir sehr, sehr wichtigen geliebten Menschen behandeln würdest.

Self-Advocacy: 

Grenzen setzen und für die eigenen Belange einstehen können, die eignen Grenzen kennen und aktiv schützen 

Sei deiner eigener Anwalt. Immer. Wenn du nicht für dich selbst eintrittst, wie kannst du erwarten, dass jemand anders deine Bedürfnisse ernst nimmt oder sie auch nur KENNT?

Gerade in Beziehungen mit uns sehr wichtigen Menschen ist das oft so, so schwer. Wir wollen gefallen, nicht enttäuschen, Erwartungen erfüllen.

Aber wir sind nicht auf dieser Welt, um die Erwartungen anderer zu erfüllen, wenn sie unseren eigenen Werten zuwiderlaufen oder in irgendeiner Weise unsere persönliche Integrität verletzen. Und wir nehmen auch dem anderen damit die Chance, uns wirklich zu kennen. Es kommen manchmal sehr absurde Dinge dabei heraus. 

Menschen leben und lieben jahrelang aneinander vorbei.

Menschen bleiben Jahrzehntelang in Jobs, die sie nicht mögen.

Menschen verbringen Zeit mit Menschen, die ihnen nicht gut tun.

Menschen schließen sich Gruppen an, um dazuzugehören, ohne dass diese Gruppe sie nähren würde.

Self-Émbodiment: 

Ein Leben im Einklang mit sich selbst und den eigenen Werten führen,  sich selbst mit Integrität zum Ausdruck bringen, "walk-the-talk" , das verkörpern, was einem wichtig ist

Das zu verkörpern und wirklich mit jeder Faser zu leben, an das man glaubt, das einem wichtig ist, das ist eine unglaublich starke und stärkende Erfahrung. (Geht nicht, ohne erstmal zu wissen, wer man denn eigentlich ist. Stichwort "Self-Awareness").

Finde heraus, wer du bist, was dir wichtig ist, wo du hinwillst, warum du hier bist. Und dann bringe genau das zum Ausdruck. Jeden Tag. Durch dein Denken, dein Fühlen, dein Handeln in der Welt. 

Das Lebensgefühl von Resonanz, das daraus erwächst, ist eines der schönsten Geschenke, die das Leben und machen kann.

Du kennst sicher auch solche Menschen, die das ausstrahlen, denen man einfach ansieht, wie sehr sie im Einklang mit sich und ihrer Welt sind. Man ist gerne in der Gesellschaft dieser Menschen. 

Wenn du die Qualität von Self-Embodiment kultivierst, wirst du selbst glücklicher und zufriedener und du bist eine Inspiration für alle Menschen, deren Wege du kreuzt.

Biografische Dimension

Wie stärk diese 4 Qualitäten bei dir ausgeprägt sind, das ist dein ganz individuelles Profil und Ergebnis deines ganz individuellen, einzigartigen Lebensweges bis hierher.  

  • Wenn du zum Beispiel keine guten Grenzen setzen und wahren kannst, dann hast du vielleicht als Kind vermittelt bekommen, dass deine Bedürfnisse nicht wichtig sind.
  • Oder du hast verinnerlicht, dass du "anstrengend" bist, wenn du etwas brauchst.
  • Oder du hast aus irgendeinem Grund den Glaubenssatz formiert, dass Menschen sich von dir abwenden werden, wenn du nicht immer und für alles zur Verfügung stellst. 

Und das sind nur einige denkbare Spielarten. Du siehst: Es ist ist sehr individuell. 

Mindfulness und Self-Care

Achtsamkeit zu praktizieren gilt als eine sehr gute und wirksame Self-Care-Strategie.

Die meisten gängigen Achtsamkeitskurse nehmen aber eigentlich nur die erste Qualität in den Blick. In der Achtsamkeitspraxis üben wir das offene Gewahrsein im Moment und schulen die Aufmerksamkeit dafür, wie es JETZT in uns aussieht, ohne zu bewerten und in der Offenheit es genau so anzunehmen, wie es jetzt gerade eben ist.

Und - nur kurz am Rande - natürlich hat das regelmäßige Üben von Achtsamkeit einen positiven Einfluss auf so viele Aspekte deines Lebens (siehe dazu auch hier.)

Wenn du dich selbst bestmöglich unterstützen und begleiten möchtest als eine umfassende Self-Care-Praxis, darfst du aber auf allen vier Feldern wachsen.

Die volle Verantwortungsübernahme für das eigene Leben im Sinne dieser 4 Qualitäten und auch dafür, diese 4 Qualitäten zu LEBEN, das mündet in die Meta-Qualität von Mindful Self Guidance. 

Mindful Self Guidance vs. Selbstoptimierung

Achtsame Selbstführung ist etwas ganz, ganz anders als dieser zwanghafte Zwang zur Selbstoptimierung, der unter dem Mäntelchen von Self-Care und Persönlichkeitsentwicklung allerorten propagiert wird.

Oft hat das eine sehr strenge und herzlose Note, und es ist manchmal schwer auszuhalten zu sehen, wie hart viele Menschen mit sich selbst sind.

Wie willst du dich selbst durch dieses wunderbare, einzigartige, wilde Leben begleiten, das du geschenkt bekamst?

Mit der Peitsche in der Hand, ungnädig dich pushend, immer im Kampf um alles Mögliche (mehr Anerkennung, mehr Geld, mehr Status, mehr dies, mehr das...)?

Oder liebevoll, mitfühlend, unterschützend, die eigenen Grenzen kennend und schützend und mit dem Fokus, das, was durch dich in diese Welt kommen will, zum Ausdruck zu bringen?

Es ist eine Wahl.

Wenn du dich für Mindfulness-Based Self-Care interessierst, dann bist du hier richtig. Im Newsletter erfährst du, wenn es neue Artikel gibt und bekommst regelmäßige Impulse. (Noch nicht angemeldet? Das geht hier.)

Wenn du dir eine individuelle Begleitung wünschst, dann kannst du dich über meine Einzel-Coachings informieren und ggf. für einen Platz bewerben. Das geht hier.

Im geschützten Rahmen eines Einzel-Coachings haben wir den Raum, individuell zu schauen, wie es um die 4 Qualitäten von Self-Care bei dir bestellt ist und was es braucht, um sie noch mehr zu kultivieren. 

Du hast Fragen? Von Herzen schreib mir eine Mail.

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